Rekonstruktion aus der Glasplatte von 1892, dem Röntgenbild von 2000 und der Übermalung von 1920. Fassung A stützt sich allein auf das Foto, Fassung C auf Foto und Röntgen, Fassung B nimmt die Übermalung von 1920 dazu. Die drei existieren getrennt. Alle Ebenen liegen deckungsgleich und lassen sich mit Schieber oder Überblender vergleichen und zoomen.
Hier wird nichts aufgefüllt. Alles, was dargestellt ist, ist in einer Quelle vorhanden: im Foto von 1892, im Röntgenbild oder, nur in Fassung B und dort heller gekennzeichnet, in der Übermalung von 1920. Wo keine Quelle etwas zeigt, bleibt die Stelle neutral grau. Geglättet wird nur auf der Grösse von Rissen und Schollen. Gesetzt sind einzig die Farbtöne, weil Foto und Röntgen keine Farben zeigen.
Fassung A verwendet nur das Foto von 1892. Formen, Grenzen und Helligkeiten stammen ausschliesslich aus der Glasplatte und aus deren Analyse: Beleuchtungsausgleich, Entfernen des Schollenreliefs und Gruppierung der Oberfläche nach Helligkeit, Rissnetz, Feinstruktur und Gewebe. Weder das Röntgenbild noch die Übermalung von 1920 noch Risch oder Hemmi fliessen ein. Das Röntgenbild diente nur nachträglich zur Prüfung der Klassen. Von aussen kommt einzig die Wahl der Farbtöne. Die Platte war rotblind und zeigt nur Helligkeiten, keine Farben. Gesetzt sind Rot für die Dächer, wie es am Dach der Martinskirche erhalten ist, warmes Weiss für die Wände und Ocker für Gassen und Plätze.
Acht Bauten, die Keller auf Risch und Hemmi gleich nummeriert hat, verbinden Plan und Prospekt. Die Abweichung zeigt, wie weit der Bau im Prospekt von der Lage abweicht, die der Plan vorgibt (in Prozent der Stadtausdehnung).
| Bau | Abweichung |
|---|---|
| 11 St. Martin | 0.6 % |
| 12 St. Nicolai | 1.5 % |
| 6 Pulverturm | 1.7 % |
| 4 Obertor | 1.8 % |
| 2 Bischöfliches Schloss | 4.0 % |
| 1 Mittlere Mühle | 5.6 % |
| 7 Keichenturm | 7.7 % |
| 13 Kornplatz 11 | 9.1 % |
Kern und Osten folgen dem vermessenen Grundriss gut. Westen und Süden weichen stark ab. Das passt zu Kellers Befund, der Westteil sei «derart reduziert». Vorläufig: Die Passpunkte sind von Hand und grob gesetzt, gerade im zerstörten Süden. Für eine belastbare Messung braucht es einen hochaufgelösten Scan des Hemmi-Plans und mehr Punkte.
Hier wurde das Verfahren zuerst erprobt. .
Das Gewebe zeichnet sich im 16-bit-Röntgen deutlich ab. Pro Fenster von 3.6 cm wurden Fadendichte und Fadenrichtung aus dem Fourier-Spektrum gemessen, über die ganze Röntgenfläche (2208 Fenster). Massstab aus der Bildbreite von 114.5 cm (Keller 2002), rund 142 Pixel pro cm, genau auf etwa ±3 %.

Antippen zum Vergrössern. Hemmi-Plan und Risch-Umzeichnung stammen aus den Abbildungen bei Keller 2002, als Graustufen und in mittlerer Auflösung.
Die beiden Artikel sind bei e-periodica (ETH-Bibliothek) frei als PDF zugänglich.